Plädoyer für den Holzzaun

Tierweiden werden seit Jahrzehnten fast nur noch mit Kunstmaterialien erstellt. Früher war da der einfache Holzzaun mit zwei oder drei Querlatten. Braun oder farbig gestrichten. Traditionell gibt es für die verschiedensten Tiere und Situationen noch viele Holzzaunvarianten die heute allesamt verschwunden sind und höchstens noch auf Schauhöfen zu bewundern sind.

Der Holzzaun mit Querlatten hat besonders für die Pferdehaltung noch verhältnismässig lange gute Dienste geleistet. In den letzten Jahren wurden diese Zäune aber durch die Gesetzgeber immer weiter verboten -angeblich wegen dem “Landschaftsbild”.

Wer in diesem Land noch von einem Landschaftsbild reden will, wo jeder gottverdammte letzte Ecken unbewaldeter Fläche mit grottenhässlichen Wohnsilos zugepflastert wird, wo der Teufel getan wird, dass diese architektonischen Langweilstaten wenigstens noch mit grün -Pflanzen!- kaschiert würden…

Dass heute alles in Elektrozäunen eingezäunt ist, vom Schaf bis zum Pferd, ist für die Umwelt kein Segen. Plastik, so weit das Auge reicht. Sicher ist es in vielen Fällen zweckmässig, der Holzzaun sollte aber mehr Beachtung bekommen und gerade für Pferde, Esel, Alpakas und Ponys wieder erlaubt werden.  Problematisches Detail für die Pferdehalter sind die Elektrozäune deswegen, weil sie einerseits in unseren, für Pferdebegriffe, extrem beengten Bedingungen dem Verhalten des Pferdes zu wider laufen und grosse Risiken bergen und andererseits ausgerechnet die noch geeignetsten E-Zäune, die breiten weissen Bänder, teilweise verboten wurden. Wieder wegen der Optik… Wegen nichts anderem.

Immerhin, die hohen, gut sichtbaren weissen Pferdezäune sind für die umgebende Tierwelt kaum eine Gefahr. Aber auch kein Nutzen.

In E-Zäunen sterben jährlich tausende kleinere und grössere Wildtiere und viele unserer Weidetiere erleiden schwere Verletzungen die unter Umständen das Töten des Tieres bedingen. Besonders tragisch sind die Schafgitter die von vielen verantwortungslosen Schafhaltern jahrein-jahraus stehen (oder liegen) gelassen werden.

Ein E-Zaun hält nicht nur unsere Weidetiere drin, sondern auch Wildtiere draussen. Das heisst also, dass ein Zaun der unsere Tiere auf ein zugewiesenes Stückchen Land begrenzt, verhindert gleichzeitig auch den freien Zug von Wildtieren der Umgebung, was nicht Ziel der Einzäunung ist.

Mit einem Holzzaun kann problemlos das Pferd drin gehalten werden, während Reh, Wildschwein, Fuchs, Hase -dann wär’s das schon mit den grösseren Wildtieren der Schweiz- weiterhin ungehindert das Grundstück durchqueren oder mitbenutzen. Erfahrungsgemäss werden gut gepflegte Pferdeweiden gerne mitbenutzt.

Der Holzzaun dient Vögeln als willkommene Sitzgelegenheit und bietet in den Spalten des Holzes und den Befestigungszonen vielen Insekten ein Heim, die wiederum den Vögeln als Nahrung dienen.  Unter einem Holzzaun finden viele Pflanzen und Insekten eine Wohnung die an anderen Standorten nicht genügend Ruhe hätten und es ist kein häufiges Kürzen der Vegetation darunter nötig, wie beim E-Zaun. So kann sich in der Zaunzone am Holzzaun ein Mikrokosmos entwickeln, der alle bereichert. Ganz nebenbei kann ein Holzzaun auch begrünt werden und wird so noch einmal wertvoller.

Ein Holzzaun ist für Wildtiere kein Hindernis.

All das kann ein E-Zaun niemals bieten. Er stört die Tierwelt, erzeugt viel Abfall und birgt grosse Risiken.

Der Holzzaun ist ein lebendiges Naturprodukt und selbst der pingeligst gepflegte Holzzaun bietet noch mehr Vorteile und vielen Tieren ein willkommenes Plätzchen.

Ein Holzzaun rezykliert  zu 100%.

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