Querencia

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Zeit ein Buch vorzustellen.

Querencia -in englischer Sprache- ist meine Kaffeetisch-Lektüre.  Es ist die herzliche und schmerzliche Geschichte eines Lebens und einer Liebe vor einer nahezu monumentalen Kulisse. Mit hundertvierundfünzig gut leserlichen Seiten ist Querencia bequem zu lesen.

Vom Autor, Stephen Bodio, heisst es er schreibe so wie Pavarotti singt. (-Tony Hillerman) Das ist keine Übertreibung.  So kurz dieses Buch sein mag, so eindrucksvoll ist es geschrieben.

Jedes Wort hat seinen Wert und so liest man Satz für Satz und manchmal Wort für Wort und glaubt einen ganzen Film zu sehen. Die sorgfältig gewählten Worte liegen unangestrengt auf den bedruckten Seiten und verraten nichts von ihrem Zauber bis man sie liest.

Seelenzerreissender Schmerz, strahlende Schönheit, pulsierendes Leben oder eine Reise, eine kleine Flucht in der Kaffeepause- in eine ausserirdisch anmutende Welt gefällig?

Dem Leser ist anzuraten, dass er Menschen, Tiere und Natur liebt -dann wird das Lesen ein voller Erfolg.

Als Englischübung muss man sich Zeit nehmen, Worte und Sätze wirken lassen und auf keinen Fall schnell lesen. Ein Wörterbuch kann hilfreich sein, wenn man nicht bereits ziemlich bis sehr sattelfest ist. Die englische Sprache lebt vom Gefühl und vom Bild – wer hier keinen grossen Erfahrungsschatz hat, muss jedes Wort in die Hand nehmen und ertasten. An sich ist Querencia nicht schwer zu lesen und die Sätze sind kurz und klar.

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Querencia – der spanische Begriff lässt sich am besten übersetzen als “die Heimat des Herzens”, mit den tiefsten, ehrlichsten Gefühlen die man dazu finden kann.

Stephen Bodio schreibt über die Liebe zu seiner Heimat, New Mexico in den USA, zum Land, den wilden Tieren und dem Leben mit Tauben, Jagdhunden und Falken, zur Natur in ihrer hellen, klaren Leere, seiner Liebe zu Betsy, ihre Jahre zusammen und ihren Tod. Ehrlich, warmherzig, mitreissend.

 

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Pferdefütterung -ganz einfach

Was braucht ein Pferd zu fressen?  Der unabänderliche Grundsatz: min. 1kg/100kg/Tag sollen aus stark raufaserhaltigem Futter bestehen. Die tägliche Gesamtration in Trockenmasse soll 1.5-2.5% des idealen Körpergewichts ausmachen.

Was heisst “Trockenmasse”? Frisst ein Pferd Futter welches fast 100% trocken ist, entsprechen die Kilogramm verabreichten Futters fast der 1.5-2.5% Regel. Frisst das Pferd jedoch Gras oder anderes feuchtes Futter, muss man den Wassergehalt erst abrechnen um herauszufinden wieviel Gras es beispielsweise benötigt um auf die 1.5-2.5% Trockenmasse zu kommen.

Ob ein Pferd eher 1.5% oder 2.5% seines Idealgewichts täglich braucht, hängt vorallem von der Futterqualität und in zweiter Linie vom Typ des Pferdes ab.  Die Aktivität des Pferdes verändert den Bedarf unter Umständen noch einmal -jedoch muss die Menge nicht unbedingt verändert werden, sondern der Gehalt des verabreichten Futters ist wichtig.

Für die meisten Pferde  ist Heu die Grundration. Qualitativ hochwertiges Heu mit einem hohen Nährstoffgehalt kann für Freizeitpferde ausreichend sein als alleinige Nährstoffquelle. Top Heu ist aber sehr selten zu erwerben – aus diesem Grund macht es Sinn eine Grundration um die 1-1.5kg/100kg Idealkörpergewicht in Form von Heu zu verfüttern. Und die Defizite mit einem Kurzfutter auszugleichen, anstatt einfach mehr vom gleichen nicht vollwertigen Heu zu verfüttern.

Qualität bedeutet, wie gross der Nährwert des Futters ist. Alle Spätschnitte aus sehr stängligem bis schon strohigem, verholztem Gras (Öko-Heu) können bestenfalls als Raufaserlieferant aber nicht als Nährstoffquelle verwendet werden. Sie bieten Beschäftigung und enthalten in erster Linie viel Zucker – daher eignen sie sich am ehesten als Beschäftigung und Ergänzung für Hochleistungspferde die daneben hochwertiges Heu und Kurzfutter fressen und einen besonders hohen Energieverbrauch haben.

Für Robustrassen und Freizeitpferde mit geringem Arbeitspensum werden am besten 1kg hochwertiges Heu /100kg Idealkörpergewicht pro Tag verfüttert, dazu wenn nötig maximal 0.5kg Stroh /100kg und ein Kurzfutter zur Ergänzung. So wird Fettleibigkeit verhindert und gleichzeitig dafür gesorgt, dass sich das Pferd wohl fühlt und gesund bleibt.

Der Zustand des Futters sollte in jedem Fall optimal sein – graues, schimmliges, faules, staubiges, nasses oder schmutziges Futter darf niemals gefüttert werden.

Gefüttert wird nach Idealkörpergewicht. Ist ein Pferd zu dünn, sind die 1.5-2.5% also de künftig gewünschten Gewicht entsprechend zu berechnen. Ist es zu dick, muss ebenfalls nach Zielgewicht angepasst werden. Pferde dürfen weder gemästet noch auf Radikaldiät gesetzt werden, wenn man gefährliche Gesundheitsprobleme vermeiden will.

Unser 400kg Freizeitpferd erhält folglich jeden Tag 4.5kg Heu und 1.5-2kg Kurzfutter. Geht es auf die Weide, wird diese je nach Bewuchs und Weidedauer angerechnet oder auch nicht.

Das Körpergewicht des Pferdes lässt sich mit der Messbandtechnik recht gut berechnen: [Brustumfang x Brustumfang] x Körperlänge / 11’900 = Körpergewicht

Ob das Gewicht dem Idealgewicht entspricht oder nicht, entscheidet sich über die äussere Erscheinung. Erstes und wertvollstes Merkmal für die Beurteilung sind die Rippen des Pferdes. Wenn alle Rippen beim leichten Überstreichen mit der flachen Hand zu spüren sind, ist das Gewicht gut. Sind die Rippen nicht oder nur schwer und teilweise zu erfühlen, eventuell ist Druck nötig, dann ist das Pferd in jedem Fall zu dick. Je nach Pferdetyp können auch leicht sichtbare Rippen Idealform darstellen -entscheidend hier ist die Rasse, die Aktivität und ob die Haut über eine feststellbare Fettlage verfügt oder nicht. Sportler, Pferde mit viel Vollblutanteil, Asiaten, Vollblutaraber und Zuchtstuten gehören zu den Typen die sichtbare Rippen haben können OBWOHL sie zu dick sind. Sichtbare Rippen im Trab sind ein gutes Zeichen.

Ausschlaggebend für die Gesundheit und Zufriedenheit des Pferdes ist genug Futter mit den nötigen Nährstoffen. Ein schlankes Pferd auf einer kleinen aber ausgewogenen Ration ist ruhiger, ausgeglichener, leistungsbereiter und leistungsfähiger als ein dickes Pferd welches sich den ganzen Tag bedienen kann.

Richtig gefüttert ist das Pferd auch nie geplagt von Fressanfällen oder Heisshunger. Es freut sich still und zufrieden und geniesst einen saftigen Leckerbissen oder Weidegras, aber es stopft sich nicht voll. Es frisst seine Ration unaufgeregt und langsam am Stück auf oder macht eine Pause um später ganz gelassen weiter zu fressen.

Wenn ihr Pferd nervös umhertanzt, bettelt und beinahe vergitzelt bis es seine Ration bekommt, wissen Sie, etwas stimmt nicht ganz. Unerfreuliches Benehmen hat seine Ursache meist in unausgewogener Ernährung, wenn es nicht an mangelnder Erziehung liegt.

Pferdefütterung ist nicht kompliziert und Pferde sind nicht heikel, was man ihnen vor setzt, solange das Futter in gutem Zustand ist und die benötigten Nährstoffe geliefert werden.

Bei plötzlichen Temperaturstürzen und bei Wintertemperaturen unter -5°C muss die Futtermenge zeitweilig erhöht werden um dem grösseren Energiebedarf gerecht zu werden. Sportliche Leistungen und andere hohe Belastungen (zB Transport) erfordern selbstverständlich auch eine Anpassung.

Frisches Wasser und eine Salzquelle -am besten loses Salz- müssen immer gegeben sein. Pferde sind bekannt dafür oft viel zu wenig zu trinken und so ständig in der Gefahr von Überhitzung, Unterkühlung, Dehydration, Erschöpfungszuständen und Koliken zu schweben. Eimer und Tränken mit grossen Oberflächen von mind. 35cm Durchmesser sind immens wichtig. Viehtränken mit nur nasengrossen Schüsseln sind für Pferde ungeeignet -Tränken mit Drückplatte sind gänzlich schlecht. Solche mit Nachlaufsystem müssen unbedingt so eingestellt sein, dass rasch eine grosse Menge nachfliesst, um einigermassen gesundes Trinkverhalten zu garantieren.  Alle Pferdetränken müssen ein Senken des Kopfes erlauben. Die Wasserfläche soll maximal auf Bughöhe liegen.  Pferde die einmal gelernt haben Wasser zu “sparen”, gewöhnen sich an den leicht dehydrierten Zustand und sind später fast nicht mehr umzugewöhnen. Das kann tödliche Folgen haben.

Das Pferd braucht also: 1.5-2.5% des Idealkörpergewichts in Form von Futter-Trockenmasse pro Tag aus Gras/Heu/Stroh/Silage + mineralisiertes Kurzfutter, 2-5l Wasser pro 100kg aktuelles Körpergewicht und 5g Salz pro 100kg aktuelles Körpergewicht.